Jede Farbe drückt etwas aus und bringt physiologische und psychologische Effekte mit sich.
Symbolik der Grundfarben
Blau
Blau drückt Sehnsucht aus und vermittelt Ferne, Weite, Stille oder auch Unendlichkeit.
Blau wirkt kalt, feucht, nass und kühl und kann Sympathie, Sehnsucht, Spontanität oder auch Freundlichkeit erwecken.
Rot
Rot drückt Lebensfreude aus und kann Hitze, Wärme und Trockenheit vermitteln. Rot wirkt dynamisch, aktiv, gefährlich und kräftik. Es erweckt Lebensfreude, Begierde, Sexualität und Phantasie.
Grün
Grün steht für Natürlichkeit und wirkt herb, frisch, sauer oder auch bitter. Es vermittelt Natürlichkeit, Angenehmheit, Lebendigkeit und kann beruhigend wirken. Grün kann Hoffnung, Zuverischt und Sicherheit erwecken.
Gelb
Gelb steht für Neid und wirkt sauer, giftig und bitter. Es vermittelt Sommer und Überfluss. Die Farbe Gelb kann Neid, Geiz, Verlogenheit und Eifersucht wecken.
Braun
Braun steht für Spießigkeit und kann knusprig wirken. Es erweckt Gemütlichkeit und Geborgenheit. Es vermittelt aber auch den Eindruck von Faulheit, Unmäßigkeit und Spießigkeit.
Violett
Violett steht für Eitelkeit. Es wirkt extravagant und vermittelt Originalität, Eitelkeit und etwas künstliches.
Weiß
Weiß steht für Unschuld und Wahrhaftigkeit. Es wirkt mild, salzig, sauber und rein. Weiß vermittelt etwas vollkommenes, unschuldiges, einfaches und funktionales. Es erweckt Frömmigkeit und Glauben, Genauigkeit, Wahrhaftikeit, ...
Schwarz
Schwarz steht für Macht und Schuld. Es kann eng und hart wirken. Es erweckt den Eindruck von Leere, Stärke oder auch Eleganz.
Grau
Grau steht für Wohlanständigkeit und Bescheidenheit. Grau wirkt neutral und erweckt den Eindruck von Alter und Heimlichkeit. Grau kann nachdenklich machen und erinnert an Bescheidenheit, Pünktlichkeit und Gleichgültigkeit.
Gold
Gold steht für Reichtum und kann festlich und majestätisch wirken. Es vermittelt Macht und Würde.
Silber
Ähnlich wie Grau.
Farben und ihre Zielgruppen
Alter
- Kinder: alle Grundfarben (bunt)
- Jugendliche: ungewöhnliche, seltene Farben
- Erwachsene: satte, glänzende Farben
- Alte Menschen: dunkle und abgeschwächte Farben (wenig Sättigung)
Gehalt
- hohes Einkommen: zarte Farben (Ton-in-Ton Harmonien)
- geringes Einkommen: unkomplizierte Farben
Arbeit
- Kopfarbeiter: Blau
- Handarbeiter: Rot
Farbkontraste
Die Wahrnehmung der Farben wird durch Kontraste (bzw. durch das Umfeld) beeinflusst. Farbübergänge werden auch als Farbkontraste bezeichnet.
Um einen Kontrast zu bilden, sind mindestens zwei Farben erforderlich.
Simultankontrast
Der Simultankontrast sagt aus, dass benachbarte Farben ihre Wirkung gegenseitig beeinflussen. Die Farben wirken dabei anders, als bei einzelner Betrachtung. Dabei gilt zu beachten, dass die größere Farbfläche immer auf die kleinere wirkt.
Beispiel: Wird ein weißes Quadrat von einer großen schwarzen Fläche umgeben, wird das Weiß oft als leichtes Grau aufgenommen. Da die schwarze Fläche auf die weiße Fläche wirkt.
Komplementärkontrast
Der Komplementärkontrast liegt vor wenn eine Farbe mit der, im Farbkreis gegenüberliegenden Farbe, in Verbindung gebracht wird. Also zum Beispiel blaue Schrift auf gelben Hintergrund stellt einen Komplementärkontrast dar.
Einen stärkeren Kontrast als den Komplementärkontrast kann man nicht erzeugen.
Wird der Komplementärkontrast zum Beispiel bei Schrift angewandt, kann dies zur schlechten Lesbarkeit des Textes führen.
Empfindungs-Kontrast
Der Empfindungskontrast kann durch helle und dunkle Farben erzeugt werden. Oder durch warme und kalte Farben oder auch durch aktive und passive Farben.
Hell-Dunkel: Gelb und Braun
Warm-Kalt: Rot, Türkis
Aktiv-Passiv: Blaugrau, Orange
Hell-Dunkel Kontrast
Der Hell-Dunkel Kontrast entsteht zum Beispiel wenn man ein helles Gelb mit einem dunklen Gelb in Verbindung bringt. Schwarz und Weiß bilden den stärksten Hell-Dunkel Kontrast. Mit Grautönen lässt sich auch leicht ein Hell-Dunkel Kontrast erzeugen.
Quantitätskontrast
Der Quantitätskontrast bezieht sich auf das Größtenverhältnis der verschiedenen Farbflächen zueinander. Hierbei ist die Wirkung der Farbe von der Größe und Helligkeit der Farbfläche des Umfelds abhängig.
Qualitätskontrast
Beim Qualitätskontrast steht die Farbkraft (Sättigung) für die Qualität einer Farbe. Ist eine schlecht gesättigter Grünton mit Grün in Verbindung dann ist das ein Qualitätskontrast. Dabei wird das Gründ viel deutlicher wahrgenommen weil es leuchtend wirkt.
Farbe-an-sich Kontrast
Der Farbe-an-sich Kontrast entsteht wenn Grundfarben in Vebindung stehen. Dabei muss beachtet werden das der enstehende Kontrast keinen Komplementär-Kontrast (siehe oben) ergibt.
Farbharmonien
Wenn sich Farben gegenüberstehen, entstehen auch Farbharmonien. Diese können von jedem Betrachter anders wahrgenommen werden, da es von Modetrends und Sehgewohnheiten abhängig sein kann. (Zudem auch vom Geschmack des Betrachters)
Bunt-Unbunt Harmonie
Die Bunt-Unbunt Harmonie entsteht wenn eine einzelne Farbe mit einer unbunten Farbe wie Schwarz oder Weiß vermischt wird. Dabei kann beachtet werden, dass pastellfarben besser mit Weiß harmonieren und dunkle, abgeschwächte Töne besser mit Schwarz harmonieren.
Ton-in-Ton Harmonie
Eine bunte Farbe wird mit einer anderen Variante ihrer selbst vermischt. Dabei kann die hinzukommende Farbe (der gleichen Art) weniger Sättigung oder Helligkeit beinhalten.
Nachbarschaftsharmonie
Die Nachbarschaftsharmonie tritt auf wenn Farben mit benachbarten Farben (im Farbkreis) vermischt werden. Zum Beispiel Orange bis Rot. Oder Hellblau bis Dunkelblau.
Farbkombinationen
statisch
- zwei oder mehr Farben mit fast gleichen Farbtönen (orange, rot, braun)
- zwei Farben die sich gegenüberliegen (Komplementärkontrast)
- ...
dynamisch
- zwei Farben, deren Töne im Farbkreis weder beieinander liegen noch gegenüber stehen
- ...