Bei der Bildanalyse gilt es, den Inhalt des Bildes bestmöglich zu beschreiben und zu interpretieren. Hierbei dienen vor allem die W-Fragen der Beantwortung der wichtigsten Informationen. Wichtig ist die gestalterische Analyse.
Bildbeschreibung
- was ist zu sehen?
- Personen (Aussehen, Mimik, Gestik)
- Landschaft (Stadt, Land, See, Fluss, Wald, usw)
- Gegenstände (Form, Größe, Farbe, Symbol, Funktion)
- stehen Elemente im Vordergrund / Hintergrund?
- Wird eine Handlung oder Momentaufnahme dargestellt?
- Welcher Bildausschnitt wurde gewählt?
Der Bildausschnitt ist eines der wichtigsten Mittel der Bildgestaltung. Eine Veränderung des Bildausschnitts bedeutet auch eine Änderung der Bildwirkung bzw. der Bildaussage.
Bildaufbau
- Vorder-, Mittel-, Hintergrund
- Gehören Elemente zusammen? Stehen Sie in Verbindung?
- Wird der Betrachter durchs Bild geführt? (Linien, Straße, ...)
- Gibt es dominieren Formen im Bild?
- Gibt es geometrische Formen im Bild?
Beim Bildaufbau sollte beachtet werden, dass das Hauptmotiv im Blickfang des Betrachters liegt. Unschöne Lösungen sind jedoch, wenn das Hauptmotiv in der Mitte des Bildes liegt. Dadurch geht Spannug verloren.
Farbe
- Gibt es Kontraste im Bild bzw. sind diese erkennbar?
- Welches Farbspektrum wird verwendet (Blau-, Rottöne)?
- Haben die Farben eine Wirkungsabsicht (warme, kalte Farben)
- Ist der Raum natürlich oder verzerrt dargestellt?
- Handelt es sich um ein Bunt oder Schwaz-Weiß Bild?
Räumlichkeit
- Handelt es sich um ein zwei- oder dreidimensionales Bild?
- Wie wird der Raum im Bild genutzt?
- Handelt es sich um ein Hoch- oder Querformat?
Licht und Schatten
- Welche Lichtquellen sind vorhanden? (Sonne, Kerzen, Lampen)
- Was befindet sich im Licht?
- Was befindet sich im Schatten?
Durch eine Kamera wird Licht anders aufgenommen als durch das menschliche Auge. Wird ein Bild unter rötlichem Licht erstellt wirkt weiß in diesem Bild eher rötlich.
Betrachten wir mit dem Auge ein weißes Papier unter rötlichem Licht, wirkt das Papier für uns dennoch weiß.
Natürliches Licht
Bei allen Außenaufnahmen tritt natürliches Licht auf (Sonne).
Künstliches Licht
Bei Innenaufnahmen ist meist künstliches Licht vorhanden um das zu fotografieren Objekt richtig auszuleuchten.
Mischlicht
Mischung aus natürlichlichem und künstlichem Licht.
Durch die Richtung des Lichts werden die Lichter und Schatten im Bild beeinflusst. Die Räumlichkeit und die Bildstimmung werden durch Licht und Schatten geregelt.
Frontlicht
Frontlicht wird von vorne auf das Objekt gerichtet. (kaum Schatten sichtbar)
Seitenlicht
Seitenlicht tritt von der Seite auf das Objekt.
Gegenlicht
Gegenlicht wird von hinten auf das Objekt gerichtet. (Lichtsaum, Schattenriss)
Perspektive
- Aus welcher Perspektive wurde das Bild aufgenommen? (Zentral-, Vogel- oder Froschperspektive)
Die Perspektive des Bildes beeinflusst die Bildwirkung sehr stark. Ein Mensch aus der Vogelperspektive kann z. B. sehr schwach und einsam wirken. Ein Mensch aus der Froschperspektive wirkt dagegen sehr groß und mächtig.
Die Perspektive ist immer der Blick des Fotografen auf das Bild (fotografischer Blick).
Normalperspektive
Die Normalperspektive ist die Normalansicht eines Bildes. Also wird aus der gewohnten Augenhöhe des Fotografen aufgenommen. Diese Perspektive wirkt am vertrautesten.
Froschperspektive
Objekte aus der Froschperspektive aufgenommen wirken meist erhaben, selbstbewusst, groß, stark, mächtig, usw... Durch den gezielten Einsatz dieser Perspektive kann Faszination am Objekt ausgeübt werden.
Vogelperspektive
Aus dieser Perspektive wirken Objekte meist erniedrigt, klein, schwach und einsam.
Wird zusätzlich zur Frosch- oder Vogelperspektive der Standpunkt verdreht entsteht eine schräge Aufnahme. Diese Aufnahme kann stark unrealistisch oder merkwürdig wirken.
Schärfe und Unschärfe
Schärfe und Unschärfe kann in einem Bild den Eindruck von Bewegung erwecken (Bewegungsunschärfe).
Zudem kann durch den richtigen Einsatz von Schärfe und Unschärfe unwichtiges vom Bild abgegrenzt und wichtiges (wie Hauptmotiv) besonders hervorgehoben werden. Solche Ergebnisse kann der Gestalter durch richtiges einsetzen der Blenden- und Objektiveinstellungen der Kamera erreichen.
Goldener Schnitt
Der Goldene Schnitt ist ein bekanntes Harmoniegesetz. Er regelt die Aufteilung von Strecken, Flächen und Körpern. Dabei wird eine mathematische Regel angewandt:
Bei Teilung einer Strecke, verhält sich der kleinere Teil zum Größeren, wie der größere Teil zu Gesamtstrecke. ( 3:5, 5:8, 8:13, usw...)
Bei Beachtung des goldenen Schnitts erhaltet der Gestalter vier Schnittpunkte, in welchen er das Hauptmotiv unterbringen kann.
Drittel-Regel
Die Drittel-Regel ist ein bekanntes Harmoniegesetzt, welches dem goldenen Schnitt sehr ähnlich ist. Hierbei wird das Bild jedoch einfach horizontal und vertikal gedrittelt.
Somit erhält man widerrum vier Schnittpunkte, auf welchen das Hauptmotiv liegen kann. Auf der unteren oder oberen Linie kann dann noch der Horizont des Bildes liegen.
Linien
Mit Linien kann der Gestalter den Betrachter durchs Bild führen. Dabei können viele Arten von Linien beachtet werden. Zum Beispiel gut erkennbare Kanten von Gebäuden oder auch Straßen können als solch eine blickweißende Linie betrachtet werden.
Bei schräg verlaufenden Linien wirkt das Bild dynamischer. Bei waagrechten und horizontalen Linien wird Ruhe vermittelt.
Bildebenen
Ein Bild ist in drei Bildebenen gegliedert. Den Vordergrund. Den Mittelgrund (Hauptmotiv) und den Hintergrund. Dadurch kann der Gestalter eine gute Raumverteilung bzw. Tiefe des Bildes erzielen.
Bildbeurteilung
Die Bildbeurteilung von Bilder ist nicht einfach. Da Geschmack auch meist eine individuelle Angelegenheit ist. Es gibt jedoch einige Grundsätze bei der Beurteilung von Bilder. Beziehungsweiße einige Grundfragen, welche bei der Beurteilung helfen.
- Trifft die Bildaussage zu?
- Ist die Aussage klar?
- Erfüllt das Bild die Aussage?
- "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" (untermalen diese tausend Worte die Aussage?)
- Hält sich das Bild an die Regeln der Bildgestaltung?
- Weißt das Bild Fehler auf (z. B. technisch)?
- Wird die Botschaft des Bildes gut übermittelt?
Ziele der Bildgestaltung
Bei der Bildgestaltung will der Gestalter einige Ziele erreichen:
- Auffallen und Bekanntheitsgrad erhöhen
- Informationen übermitteln
- Emotionale Erlebnisse vermitteln
Technische Bildanalyse
Bei der technischen Bildanalyse wird das Bild darauf überprüft ob es für die Weiterverarbeitung geeignet ist.
Wichtige Fragen hierbei sind:
- liegt das Bild in RGB oder CMYK vor?
- in welche Auflösung liegt es vor?
- in welchem Format liegt es vor?
- Tonwertkorrektur nötig?
- Retusche nötig?
- muss Gradationskurve verändert werden?
Tonwertkorrektur
Mit der Tonwertkorrektur kann Helligkeit und Kontrast des Bildes sehr schnell korrigiert werden. Die Tonwertverteilung gibt dabei an, wieviele Töne im Tiefenbereich und Lichterbereich vorhanden sind. Wenn zum Beispiel fast alle Töne im Lichterbereich sind entsteht meist ein High-Key Bild. Sind die Töne eher im Tiefenbereich entsteht ein Low-Key Bild. Am besten ist es wenn die Töne einigermaßen gleichmäßig verteilt sind. Der Tonwertumfang gibt dabei an, wieviele Tonwerte im Bild vorhanden sind. Den Tonwertumfang kann man errechnen indem man den tiefsten und den hellsten Tonwert gegenüberstellt.
Posterisierung
Bei der Tonwertkorrektur können oft Tonwerte beschnitten werden und dabei kann es zur Bildung von Tonwertlücken kommen. Diese Lücken wirken im Bild dann oft so, als wäre das Bild dort ausgeschnitten.
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